IKAROS …

IKAROS …

„IKAROS …

… ist Delphin geworden und

jetzt bei den Tiefseetauchern beschäftigt“


Sieben Episoden für fünfstimmigen gemischten Chor, Viola, Cornet und Vibrafon
auf Texte von Uwe Greßmann, Komposition: Klaus Christian Kaufmann

Fotos: Bernd Mast

Das Ensemble:

Solistenchor mit Anna Kellnhofer, Sopran 1; Manja Stefan, Sopran 2
Christoph Dittmar, Altus; Mirko Ludwig, Tenor; Carsten Krüger, Bass
Instrumenalisten: Reinhard Lippert, Viola; Andreas Nordheim, Cornet; K. C. Kaufmann, Vibrafon

HÖRBEISPIELE (Ausschnitte)

„Die Erde im Leeren“

 

„An die Nacht“

 

Zum Programm:

Adolf Endler nannte Uwe Greßmann den „seltsamsten Lyriker der DDR in den Jahren nach 1960″. 1974 schrieb Franz Fühmann: „Greßmann ist einer der bedeutendsten Dichter, die wir hervorgebracht haben, das wird täglich klarer; einer der ganz wenigen.“

Uwe Greßmann lebte von 1933 bis 1969, sein vorwiegender Wohnort war Berlin-Pankow.

Seit die Poesie Uwe Greßmanns mir in den achtziger Jahren bekannt wurde, hat sie einen tiefen Eindruck von seltsam prosaischer Musik hinterlassen. Greßmanns unablässig durchscheinendes Harmoniebedürfnis steht vor dem Hintergrund eines Waisenlebens und einer lebenslangen Krankheitsgeschichte, der in eigenartigen Farben sichtbar wird – das Grauen verzweifelter Einsamkeit löst sich in trostreicher Phantasie so schnell auf, wie es umgekehrt aus harmlosen Wortspielereien sich plötzlich wieder kristallisiert.

Dank eines dreimonatigen Stipendiums 2006 der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen entstand 2006 und 2007 mit fünf Gedichten Greßmanns die Komposition für fünfstimmigen Chor und drei Instrumente. Der überwiegend madrigal strukturierte Chorgesang wird von punktuell kommentierenden Tönen dreier Instrumente flankiert. Der Kontrast zwischen beiden Seiten übernimmt die ambivalente Sprache Greßmanns als eine unvermittelt sich zeigende und wieder versteckende Maske. Den auskomponierten Chorpartien stehen mitunter improvisatorische Sequenzen des instrumentalen Parts gegenüber.

Im Jahr 2009 fanden die ersten Aufführungen in Zwickau, Weimar und Berlin statt.
Förderer waren das Literaturforum im Brecht-Haus Berlin, die Kulturstiftung des Freistaats Thüringen und die Kulturdirektion der Stadt Weimar. Unterstützung gaben die Partner „Alter Gasometer Zwickau“, das Greßmann-Archiv der Akademie der Künste Berlin, die Literarische Gesellschaft Thüringen und der Museumsverbund Pankow.

Das Programm kann in unterschiedlichen Varianten aufgeführt werden:

a) im ersten Teil Lesung von Gedichten Greßmanns mit Musik im Instrumental-Trio (30 min), im zweiten Teil „IKAROS …“ sieben Episoden mit Chor und Instrumenten (gesamt ca. 60 min)

b) „IKAROS …“ neun Episoden mit Chor und Instrumenten (ca. 60 min)

c) „IKAROS …“ sieben Episoden mit Chor und Instrumenten (ca. 30 min)